Vergilbtes Papier und moderne Technik

Ausgangspunkt aller Überlegungen im Raum Arnsberg waren die beiden alten Karten des "Kurfürstlichen Thiergartens Arnsberg".

Die älteste Karte stammt aus dem Jahr 1653 und zeigt wahrscheinlich den ursprünglichen Planungszustand des Thiergartens.

Die zweite Karte stellt den Zustand von 1670 dar.  

Die Legende von 1670 ist schwer lesbar, daher hier die Übersetzung in Reinschrift.

Die Karte von 1953 ist gewestet, d.h. der obere Kartenrand orientiert sich nach Westen. 1670 hat man die Karte geostet, d.h. nach Osten ausgerichtet, wohingegen eine Karte heute üblicherweise eingenordet ist, d.h. nach Norden ausgerichtet.

Mit Mühe kann man diese Karten mit heutigen Grundkarten in Deckung bringen. Vor allem ist es aber interessant, die Details zu betrachten, da die Menschen damals die Landschaft so gemalt haben, wie sie sie erlebt haben. Das bedeutet Unterschiede zwischen Bereichen mit großen oder kleinen Bäumen, landwirtschaftliche Flächen, wichtigen Objekten wie Wegen oder Wasserläufen, aber auch teilweise dreidimensional gezeichnete Gebäude. Man hat einfach gemalt, was wichtig bzw. im Bewusstsein war. 

Moderne Technik macht es möglich, Luftbilder nach verschiedenen Ebenen zu differenzieren. So können Computer den von oben sichtbaren Bewuchs "herausrechnen". Übrig bleibt das Bild der nackten Erde (Ergebnis des Laserscans), das uns faszinierende Einblicke auf die Bodenoberfläche ermöglicht (ähnlich wie die Mondoberfläche). So können wir Höhenunterschiede von 20 cm auf dem Bild als Treckerspuren im Waldboden identifizieren, aber auch Bombentrichter oder ehemalige Teiche und Gräben erkennen. 

Weitere Grundlagen waren Geschichtsbücher, die sonst oft als scheinbar totes Schriftmaterial für viele Menschen uninteressant sind, weil der unmittelbare Bezug zur Gegenwart fehlt. Ebenso sind alte Bildbände wie " Arnsberg von 100 Jahren und heute" einmal interessant und werden dann weggestellt. Spannend sind auch Archive mit alten Postkarten. Und natürlich gibt es jede Menge von Merkwürdigkeiten im Walde: teilweise stolpert man sogar darüber!

 

Die Kombination der alten Bilder zu einem speziellen Ort in Kulturhistorische Route in aktueller GrundkarteVerbindung mit Geschichtsbuch-Texten zu diesem Ort und dem heutigen Bild ist allerdings besonders faszinierend.

Und so beginnen auch unscheinbare Orte wieder zu leben. Entdecken Sie mit uns die Waldkultur.
Wir öffnen das Geschichtsbuch Wald.

 

 

Arnsberg und die UNESCO

Im Jahr 2010 wurde das Bundeswaldgesetz geändert. Seit 01.08.2010 gebietet es in seinem §11 den angemessenen Schutz der Funktion des Waldes als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.

Und genau darum kümmern wir uns hier: Wir haben das Archiv geöffnet und wir möchten es Ihnen zeigen.

Einen besonderen Wert erfährt der Kulturhistorische Wanderweg im Kurfürstlichen Thiergarten Arnsberg dadurch, dass die UNESCO das Jahr 2011 zum internationalen Jahr der Wälder ausgerufen hat. Daraus ergeben sich für die Bundesrepublik Deutschland landesweite Aktionen unter dem Motto: Entdecken Sie unser Waldkulturerbe! Auf unserer Spezialseite erfahren Sie mehr darüber.

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