Sonderseite zum besseren Verständnis der Rüdenburg-Bauarbeiten 

Vor 80 Jahren (1929-1930) sind bereits Grabungen erfolgt. Diese waren allerdings nach damaligem Zeitgeist auf bestimmte vorgegebene Erkenntnisse ausgerichtet. Ferner fehlten Auswertungsmöglichkeiten und wissenschaftliche Erfahrung. Darüber hinaus sind aus einigen historischen Funden falsche Schüsse gezogen worden. 1980 sind aufgrund der alten Ergebnisse weitere Aufmauerungen erfolgt, die falsche Erkenntnissse mit falscher Behandlung der Substanz und unzureichendem Schutz des Mauerwerkes verbunden haben.

Von 2012 bis 2014 sind daher neue archäologischen Grabungen unter Beteiligung von Denkmalbehörde, Landschaftsbehörde und der Archäologie des LWL-Westfalen-Lippe erforderlich.

Grabungen

Die Baugeschichte ist durch die Grabungen 2012-2014 dahingehend erforscht worden, in welcher Reihenfolge die Baukörper entstanden sind.Wichtig ist dazu der Anschluß von einem Baukörper an den anderen. Daraus geht nämlich hervor, welche Mauer zuerst gebaut und welche angesetzt wurde. Zur Identifizierung dieser Umstände musste bis auf die Fundamente gegraben werden. Die inzwischen freigelegten Mauerteile lassen heute völlig neue Schlüsse zu. Allerdings gab es vielmehr offene Fragen als Antworten, da sich die alten Pläne teilweise als Phantasie-Gebilde herausgestellt haben. Wegen des Fehlens weiterer Mittel mussten die Grabungen im Mai 2014 eingestellt werden. Als Grabungsergebnisse wurden neben einzelnen Funden vor allem Skizzen der Substanz gefertigt und Pläne für Veränderungen gezeichnet.

Wichtige Grabungsstellen finden Sie auf diesem Plan.


Diese Grabungshelfer waren oder sind im Einsatz ...

 

Beispiel: Turmfundament in Hopfen am SeeTeilabriss, Ersatz und Andeutung unterirdischer Substanz

Die geplanten Veränderungen müssen mit alter Handwerkstechnik umgesetzt werden. Dazu ist es erforderlich, mit Kalkmörtel verlässlich umzugehen. Da dies heute nicht mehr üblich ist, freuen wir uns umso mehr, mit Erhard Risse einen sachkundigen und erfahrenen Fachmann gefunden zu haben. In seiner Jugend hat er die Umgehensweise mit diesem Material noch gelernt.

Mauerkronensicherung und Verfugungen 

Auf der Rüdenburg findet dies im Jahr 2014 statt. Den Fugen kommt besondere Bedeutung zu. Das Schließen von großen Löchern und Fugen ist vor allem im antiken Mauerwerk wichtig zum Schutz vor der Witterung; lose Steine müssen dabei festgesetzt werden. Andererseits stellen die Fugen einen wichtigen Lebensraum für Schnecken, Insekten und Mauerpflanzen dar. Hier finden Sie entsprechende Naturschutz-Tipps und Handlungs-Empfehlungen .

Lesenswert: Das Magazin "Die NRW-Stiftung" beschäftigt sich in Heft 2013/Nr.1 intensiv mit dem Thema "Natur am Denkmal". Es kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Beispiel: Hopfen am See, nördliche RingmauerBeispiele für Mauerkronensicherung sind auf Archivbildern der Burg Hohenfreyberg und der Burg Hopfen am See zu sehen (zu gegebener Zeit werden Rüdenburg-Bilder hinzugefügt):

Links: offene Mauerkrone, kein Schutz vor eindringendem Wasser (und damit auch Schutz vor Frostsprengungen).

 

Unten: Sanierung der Kronen durch versetzt aufgelegte Steinplatten, die anschließend dicht verfugt werden müssen.

Beispiel: Ringmauersanierung Westkurtine (Hopfen am See)Beispiel: Hopfen am See, Südturm, Innenseite

Bilder der Grabungen und Bauarbeiten finden Sie im Archiv.

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