Vergangenheit und Zukunft der Rüdenburg

Fotos: Jochem Ottersbach

Vor 800 Jahren war der Anblick eines Reisenden im Ruhrtal geprägt von den beiden imposanten Burgen links und rechts der Ruhr. um 1350 zerfiel die Rüdenburg links des Flusses, im 7-jährigen Krieg wurde das Schloss rechts des Flusses endgültig zerstört. Seitdem sind die Arnsberger bemüht, die Vergangenheit zu verstehen und zu rekonstruieren. Die Rüdenburg wurde mit damaligem Zeitgeist 1929-1930 unter Leitung von Wilhelm Meiß ergraben und interpretiert. > Würdigung in den Arnsberger Heimatblättern von 1949.

Der städtische Archivar Michael Gosmann hat 2017 bekannte Details zur Geschichte der Rüdenburg zusammengetragen (15 MB).

Nach den Erforschungen in den Jahren 1929/1930 und Sanierungs-Bemühungen um 1981 waren bis vor kurzem erhebliche Mängel und Ungereimtheiten erkennbar. Daher ist ein Konzept zur Sicherung und Sanierung der Ruine der Rüdenburg durch das Büro für Burgenforschung Dr. Zeune aufgestellt worden. Als Ergebnis wurden konkrete Vorschläge im Zeitraum 2012 bis 2016 umgesetzt.

Am 20. August 2012 war öffentlich in der Kulturschmiede Arnsberg zu erfahren, was man sich unter Erforschung und Sanierung im Fall der Rüdenburg vorstellen muss. Den Bilder-Vortrag von Dr. Joachim Zeune finden Sie hier (52 MB) .....

Presseartikel vom 22.08.2012 (WR):Download 2 MB

 
Grabungsbefund 1929 / 1930         Rekonstruktionen: Wolfgang Mohler (Arnsberger Heimatbund 2009)    

2012: Archäologische Grabungen

Alle zu den Grabungen notwendigen Genehmigungen von Landschaftbehörde, Denkmalbehörde und Archäologen liegen vor.  Die archäologischen Grabungen und Sondierungen wurden vom 15. bis 25. Oktober 2012 durchgeführt. (Dauer 2 Wochen). Etwa 10 Grabungshelfer waren ehrenamtlich dabei!  Auf dem Bauschild können Sie sich über Einzelheiten informieren.  

 

Die weiteren Arbeiten hingen wesentlich von den Erkenntnissen ab, die bei den archäologischen Grabungen und Sondierungen im Oktober 2012 gewonnen wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen muss die Arnsberger Geschichte neu geschrieben werden. Den Kurzbericht mit den Grabungs-Ergebnissen 2012 finden Sie hier.

Neue Erkenntnisse über Bauphasen der Rüdenburg (Dr. J. Zeune, 2012)


 Beispiel: Mauerkronensanierung in Hohenfreyberg

2013: Weitere Grabungen und Maurer-Arbeiten

Im April 2013 haben weitere Grabungen stattgefunden. Den Kurzbericht mit den Grabungsergebnissen 2013 finden Sie hier. Ausserdem haben aufgrund der Grabungsergebnisse erste korrigierende Maurer-Arbeiten (Teil-Abriss und -Rekonstruktion) stattgefunden. 

 

 

 

  << Schnitt- und Befundplan April 2013

 

 

 

Die Grabungen im September 2013 haben wieder neue spannende Einblicke erbracht. Den Kurzbericht finden Sie hier.

<< Markante Freilegungen im September 2013

Weitere Anschauung erhalten Sie auf unserer  Sonderseite Rüdenburg-Bauarbeiten.....


2014: Weitere Grabungen und Rekonstruktionen

Die teils überraschenden Befunde aus dem Jahr 2013 haben weitere Grabungen im Frühjahr 2014 zur Folge gehabt. Im Sommer wurde viel Arbeit in die Arbeiten an den Mauerkronen investiert. Es war erklärtes Ziel, das bislang geradlinige Erscheinungsbild der Oberkanten aufzulockern. Bei gleichzeitigem Erhalt von Kleinbiotopen für mauerbesiedelnde Schnecken und Pflanzen konnte so der Ruinen-Eindruck für den Betrachter verbessert werden. Gleichzeitig erfolgte die Verdeutlichung der Burg-Außenmauer im Bereich des Westturmes sowie eine Überarbeitung der bislang zu künstlich wirkenden Mauer-Abbruchkanten.


2015: Verständlichkeit und Erlebbarkeit

In diesem Jahr sollten die Arbeiten auf der Rüdenburg zum Abschluss gelangen. Zunächst waren in der ersten Maiwoche neben einer archäologischen Bestandsaufnahme weitere Grabungen erforderlich. Insbesondere wurden die herbstlichen Zufallsfunde an der Poterne (Kleine Ausfallpforte in der westlichen Mauer) mit Schale der Burgmauer und dem Anschluss von Innen-Mauern unter die Lupe genommen. Der ursprüngliche Burgeingang wurde gefunden. Ferner sollten zur besseren Erlebbarkeit einzelne vorhandene Pfade aufgewertet werden.


2016: Restarbeiten

 In diesem Jahr wurden Restarbeiten an den Aufmauerungen erledigt. Ebenso wurden zur Besucherlenkung die Wege im Burgareal hergestellt und Geländer gesetzt. Die einzelnen Stationen wurden mit textlichen Erklärungen versehen. Aufgrund der digitalen Vermessung wurde die Burg virtuell rekonstruiert.

Es entsteht ebenfalls ein digitaler Burgführer. Mit  Computeranimationen, dem Aufstellen von Schildern und Infotafeln, einem Burgenführer, Faltblättern sowie Arbeitsmaterial für Schüler ist im Anschluß zu rechnen. Die Burgruine soll sich im Ergebnis dem Wanderer wirklich als Ruine präsentieren und von Form und Inhalt her entsprechend der tatsächlichen Baugeschichte verständlich sein. 


Weitere Informationen:   Sonderseite "Rüdenburg-Bauarbeiten".....

 

Baukosten

Das finanzielle Volumen der Arbeiten war geplant mit ca. 140.000,- Euro. Es gab umfangreiche Unterstützung des Vorhabens durch die NRW-Stiftung, die Sparkasse Arnsberg-Sundern, den Landesbetrieb  Wald und Holz NRW, den Hochsauerlandkreis, mehrere Sponsoren und viele Spender. Insgesamt wurde bis Ende November 2017 die Summe von 166.977,29 Euro verbaut.  


Leben in alten Mauern

Gefältete Schließmundschnecke
Steinpicker
 
Riemenschnecke

Es gibt immer noch jede Menge Leben in den Ruinen der Rüdenburg. Tiere und Pflanzen brauchen Rückzugsgebiete, in denen sie ungestört leben können. Und Menschen brauchen Orte, an denen sie Natur in Ruhe genießen und erleben können. Diese Kombination an Möglichkeiten kann man in den Ruinen der Rüdenburg noch erleben. Beispielsweise bietet dieser Ort neben vielen Pflanzenarten auch seltenen Schneckenarten einen geeigneten Lebensraum. Einige dieser Schneckenarten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Ursachen sind der Verlust ihrer Lebensräume, Umweltgifte, der Klimawandel und Monokulturen in Land- und Forstwirtschaft. Ein wichtiger Schritt zur Bewahrung der Artenvielfalt sind Erhalt und Schutz wertvoller Lebensräume. Aus diesem Grund bitten wir alle Besucher, kein Feuer zu entzünden und auf das Betreten der Mauerkronen zu verzichen.

Über den Schutz der Natur mit ihren reichhaltigen Facetten können Sie sich hier informieren.

 

 


Webcams auf der Rüdenburg

 

Im März 2013 sind Webcams auf der Rüdenburg installiert worden. Auf Hinweistafeln werden die Besucher darüber informiert. Einerseits soll diese Webseite mit aktuellen Bildern bereichert werden. Anderseits dienen die Aufnahmen der Objektsicherung, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Zerstörungen, Vermüllung und illegalen Feuern im Burgbereich gekommen ist.

Technische Einzelheiten über die Anlage:

Es sind IP Kameras mit LAN und WLAN sowie mit PAL, HD und HD+ Qualität im Einsatz. Die Kameras verfügen über Infrarot-Sensoren für die Nachtaufnahme. Die Hauptkommunikationseinheit ist ein WLAN Router mit 802.11n (300 MBit) und damit einer Reichweite von 200 - 300 m. Damit die Daten ausgelesen werden können werden Sie mit LTE/UMTS per FTP auf einen Server übertragen. Aufgezeichnet werden nur Bewegungen im Erkennungsbereich. Die Daten werden aus Gründen der Datenmengen nach einigen Tagen gelöscht. Die Stromversorgung wird zum einen über eine direkte Stromleitung, zum anderen über Solar gewährleistet.

 

Weitere Links zur Rüdenburg

(mit Vorsicht zu genießen, oft hat einer vom anderen abgeschrieben):